In Teilen des Mittelmeerraums – vor allem in Spanien und Portugal – werden Oliven zunehmend super-intensiv angebaut und mit großen Maschinen geerntet. Um Zeit zu sparen und die Ölqualität zu erhalten, erfolgt die Ernte teils nachts.
Doch gerade dann ruhen in den Olivenhainen Millionen Zug- und Singvögel, die auf ihrem Weg aus Nordeuropa Schutz suchen. Durch grelles Licht, Lärm und starke Saugtechnik können sie nicht entkommen – viele werden getötet.
Wie groß ist das Problem?
In Andalusien (Spanien) schätzten Forschende, dass bis zu 2,6 Millionen Vögel pro Saison durch nächtliche Maschinen erfasst werden.
In Portugal liegt die Schätzung bei etwa 96.000 Vögeln pro Saison.
Studien zeigen: Intensive Olivenhaine beherbergen deutlich weniger Vogelarten als traditionelle, extensiv bewirtschaftete Haine.
Was hat sich getan?
Portugal hat 2020 ein Verbot der nächtlichen Saug-Ernte eingeführt.
Spanien hat die Praxis in mehreren Regionen zeitweise ausgesetzt, aber kein landesweites Verbot beschlossen.
Ein EU-weites Verbot gibt es bislang nicht. Die Regelungen unterscheiden sich also je nach Land.
Was kannst du als Verbraucher tun?
Achte auf Hinweise wie „hand-harvested“, „day harvesting only“, „no night harvesting“ oder „bird safe“ / „bird friendly“.
Bevorzuge Bio- oder nachhaltig zertifizierte Öle – sie stehen meist für höhere Umweltstandards.
Kaufe bei kleinen, transparenten Produzenten oder Marken, die offen über ihre Erntemethoden informieren.
Bewusstsein schaffen: Teile das Thema, damit mehr Menschen gezielt nachhaltiger einkaufen.
Seit 2019 hat sich einiges verbessert – vor allem in Portugal. Doch ein europaweites Umdenken steht noch aus. Wer gezielt „Bird Safe“-Öle und tagsüber geerntete Produkte kauft, kann dazu beitragen, dass Olivenöl künftig nicht auf Kosten der Vogelwelt entsteht.














